Tagung 2016

Begegnungskompetenz – was macht Profis hilfreich ?
18. - 19. November 2016 im KOMED, MediaPark Köln


Von Profis erwartet man gemeinhin, dass sie den Kontext, die Situation, die Lebenslage und die Befindlichkeit ihrer Klienten relativ schnell und differenziert erfassen und einordnen. Dazu brauchen sie Wissen, Erfahrung und Intuition – all dies schafft zunächst einmal einen Abstand, der mit Analyse und Diagnose unvermeidlich einhergeht. In der konkreten Begegnung mit den Klienten entsteht dagegen Nähe und möglicherweise „Berührt-sein“.


Die Vermittlung von Distanz und Nähe in der Begegnung ist der Ausgangspunkt für Kompetenz in den verschiedenen Beratungsformaten von Therapie und Coaching. Hinzu kommen aber weitere Perspektiven und Fertigkeiten. Etwa die sorgfältige Klärung von Aufträgen und Zielen in der gemeinsamen Arbeit.

Dabei spielt die Frage der Identitätssicherung der Klienten und die eigene Positionierung des Profis als fortlaufende Prozessvariable eine wichtige Rolle. Wie wird die dabei erlebte Dynamik vom Profi ausgewertet und in den Prozess wieder eingespielt ? Welche Rolle spielen dabei der umgebende gesellschaftliche Kontext von Institutionen und historischen Katastrophen ?

Der mit diesen Fragen aufgespannte Bogen zielt auf das Wesentliche aller Beratungsarbeit: die Begegnungskompetenz. Wir haben dazu Referentinnen und Referenten eingeladen, die die angesprochenen Perspektiven kompetent vertreten.

Dr. Ulrike BorstDr. Ulrike Borst wird ausgehend von dem Konzept des Ausbildungsinstitutes in Meilen/Zürich Kompetenz in der therapeutischen Begegnung beschreiben.

Dr. Julika Zwack tut dies für den Coachingprozess der berufsorientierten Beratung.

Wolfgang Loth ist bekannt für seine sorgfältig ausgearbeitete Feinjustierung des Klientenkontaktes anhand einer differenzierten Auftragsklärung.

Hans Georgi und Dr. Erhard Wedekind beleuchten die Verbindung von psychodynamischen Überlegungen mit der systemischen Beratung.

Prof. Dr. Fabienne Becker-Stoll, renommierte Bindungsforscherin an der Uni München, untersucht die Chancen und auch Risiken, wenn die institutionelle Krippenerziehung auf frühkindliche Bindungsbedürfnisse stößt.

Prof. Dr. Luise Reddemann zeigt uns die transgenerationale Weitergabe von Traumata, die mit den gewaltförmigen historischen und aktuellen gesellschaftlichen Prozessen verbunden sind.

 

Hans Georgi und Erhard Wedekind