Prof. Dr. Jürgen Kriz, Osnabrück

Personzentrierte Systemtheorie

Freitag, 16.02.2018, 19.30 Uhr, Vortrag
Samstag, 17.02.2018, 9.30 bis 13 Uhr,
Seminar zum o.g.Thema


Zur Integration der psychoanalytischen und systemischen Perspektive auf menschliche Lebensprozesse.  Bewusstsein und Unbewusstes aus Sicht der „Personzentrierten Systemtheorie“   
Das Spektrum an Psychotherapierichtungen bezieht sich grundsätzlich auf dieselben Menschen – so dass die Unterschiede vor allem in den Zentrierungen auf bestimmte, auch theoretisch fokussierte, Erfahrungen verstanden werden können.  Psychoanalyse mit ihrem Fokus auf Bewusstes und Unbewusstes, deren Psychodynamik und ihren Übertragungsphänomenen scheint sich daher stark von der systemischen Therapie zu unterscheiden, mit ihrem Fokus auf interpersonell-strukturelle Dynamiken narrativer „Welt“beschreibungen.


Ohne diese Unterschiede zu vernebeln zeigt der Vortrag (und der weitergehende Workshop), wie beide Perspektiven zusammenhängen (und insgesamt in einem humanistischen Weltbild eingebettet sind). Es geht dabei um die Verschränkung von (Teil-)Prozessen auf organismisch-somatischer, psychischer, interpersoneller und kulturell-gesellschaftlicher Ebene – wobei zusätzlich die Komplementarität von erlebendem Subjekt und intersubjektiver („objektiver“) Beschreibung berücksichtigt werden muss. Dieses Grundanliegen der „Personzentrierten Systemtheorie“ und einiger ihrer Konzepte soll in dieser Veranstaltung vorgestellt und entfaltet  werden.


Jürgen Kriz, Prof. Dr., 1944, ist Emeritus für Psychotherapie und Klinische Psychologie an der Universität Osnabrück. Er hatte zuvor auch Professuren in Statistik, Forschungsmethoden und Wissenschaftstheorie sowie Gastprofessuren in Berlin, Wien, Zürich, Riga, Moskau und den USA. Approbierter Psychotherapeut, Ehrenmitglied mehrerer psychotherapeutischer Fachgesellschaften; Mitglied zahlreicher wiss. Beiräte und an mehreren Ausbildungsgängen zum Psychotherapeuten beteiligt. Ca. 250 Beiträge und 21 Bücher über klinisch-therapeutische und methodisch-statistische Fragen. 2004 Viktor-Frankl-Preis der Stadt Wien für das Lebenswerk in Humanistischer Psychotherapie, 2014 AGHPT-Award, 2016 Ehrenpreis der Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung, 2019 Egnér-Preis für das Lebenswerk in der“ anthropologischen und humanistischen Psychologie unter Einschluss der entsprechenden Richtungen der Philosophie und Medizin“.


Literaturhinweise:
J. Kriz (2017) „Subjekt und Lebenswelt. Personzentrierte Systemtheorie für Psychotherapie, Beratung und Coaching“. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht
J. Kriz (2014): Grundkonzepte der Psychotherapie. Weinheim: Beltz,  7.Aufl.
J. Kriz (2011): Chaos, Angst und Ordnung. Wie wir unsere Lebenswelt gestalten. Göttingen: Vandenheock & Ruprec