Ansgar Cordes, Köln

Mentalisierungsbasierte Paar- und Familientherapie

Freitag, 22. September 2017, 19.30 Uhr
Samstag, 23. September 2017, 9.30 - 17.00 Uhr
Seminar zu o.g. Thema


Mentalisieren bedeutet die menschliche Fähigkeit, Gefühle, Überzeugungen und Intentionen bei  sich selbst und bei anderen Menschen wahrzunehmen und zuzuordnen, sowie die Fähigkeit, anderen Menschen Intentionen zuzuschreiben und darüber nachdenken zu können.
Die Möglichkeit gelingenden Mentalisierens scheint dabei eng mit Funktionen psychischer Gesundheit und Resilienz gegenüber Krisen und Traumata zu korrelieren, aber auch mit Fertigkeiten sozialer Orientierung und der Gestaltung persönlicher Beziehungen.

Die Mentalisierungsbasierte Behandlung (MBT) entwickelt Hypothesen zur Entstehung des Mentalisierens in der frühkindlichen Bindung und leitet daraus Interventionsformen ab, die das Mentalisieren im Rahmen des therapeutischen Prozesses besonders fördern.

Bei der Anwendung von MBT in der Paar- und Familientherapie ergeben sich dabei einige Analogien zu systemtheoretischen Arbeitsweisen, aber auch manche besondere Akzentuierungen, wie zum Beispiel eine besondere  Affekt- Fokussierung, oder die Darstellung von Spiegelungs-Phänomenen  in der therapeutischen Kommunikation.
Im Vortrag und dem Seminar geht es darum, die Theorie über Entwicklung des Mentalisierens vorzustellen, sowie Haltungen und Interventionen Mentalisierungsbasierter Behandlung zu erarbeiten und einzuüben, u.a. im Rollenspiel.



Ansgar Cordes, Sozialarbeiter, Familienterapeut, Supervisor (APF/SG), geb. 1967, ist seit 1993 im Bereich Psychiatrie und seit 1999 in der Psychiatrischen Abteilung des Evangelischen Krankenhauses Bergisch Gladbach als Sozial- und Familientherapeut tätig. Dort arbeitet er mit Gruppen, Familien, Paaren und Einzelnen zu beruflichen und familiären Krisen. Nebenberuflich bietet Herr Cordes Coaching, Supervision und Fortbildungen an. Seit ca 2008 befasst er sich mit dem Thema "Mentalisieren" in therapeutischen Prozessen.