Arbeitsgemeinschaft für psychoanalytisch-
systemische Praxis und Forschung e.V.

Bonner Str. 149
50968 Köln

Fon 0221.8705859
Fax 0221.8608585

Informationen unter
info@apf-koeln.de

 

 

 

 

 

 

Anmeldung:

Der Tagungsflyer mit Anmeldeformular kann hier heruntergeladen werden.
Gern können Sie sich - unter Angabe der Workshopprioritäten - auch formlos anmelden unter: info@apf-koeln.de

 

Workshops:

Die Teilnehmerzahl der Workshops ist begrenzt - die Belegung erfolgt in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen.
Bitte geben Sie die Reihenfolge Ihrer Prioritäten an.

Tagungsgebühren:

Anmeldung bis 01.07.2016: 

  • Teilnahmegebühr: € 260,-
  • APF-Weiterbildungsteilnehmer/SG-Mitglieder: € 220,-
  • APF-Mitglieder: € 180,-

 

Anmeldung ab 02.07.2016:

  • Teilnahmegebühr: € 280,-
  • APF-Weiterbildungsteilnehmer/SG-Mitglieder: € 240,-
  • APF-Mitglieder: € 200,-

Bitte überweisen Sie den entsprechenden Betrag auf das Tagungskonto der APF e.V.,
IBAN DE84 3705 0198 0028 9221 69.

Einrichtungen erhalten ab fünf Anmeldungen 20 % Rabatt.

Die Anmeldung wird erst nach Eingang des Tagungsgebühr wirksam. Bei Rücktritt bis zum 15.09.2016 fällt eine Bearbeitungsgebühr von 40,- € an. Danach ist eine Rückerstattung nicht mehr möglich.

 

 

Tagungsort:

KOMED, Im MediaPark 7, 50670 Köln, Anfahrtsbeschreibung

 

Übernachtung:

über Köln Tourismus Office oder über Hotelreservationservice

 

Die Psychotherapeutenkammer NRW vergibt 9 Fortbildungspunkte für die Teilnahme. 

APF-Tagungen

Tagung 2016

Begegnungskompetenz – was macht Profis hilfreich ?


18. - 19. November 2016 im KOMED, MediaPark Köln


Von Profis erwartet man gemeinhin, dass sie den Kontext, die Situation, die Lebenslage und die Befindlichkeit ihrer Klienten relativ schnell und differenziert erfassen und einordnen. Dazu brauchen sie Wissen, Erfahrung und Intuition – all dies schafft zunächst einmal einen Abstand, der mit Analyse und Diagnose unvermeidlich einhergeht. In der konkreten Begegnung mit den Klienten entsteht dagegen Nähe und möglicherweise „Berührt-sein“.

 

Die Vermittlung von Distanz und Nähe in der Begegnung ist der Ausgangspunkt für Kompetenz in den verschiedenen Beratungsformaten von Therapie und Coaching. Hinzu kommen aber weitere Perspektiven und Fertigkeiten. Etwa die sorgfältige Klärung von Aufträgen und Zielen in der gemeinsamen Arbeit.

 

Dabei spielt die Frage der Identitätssicherung der Klienten und die eigene Positionierung des Profis als fortlaufende Prozessvariable eine wichtige Rolle. Wie wird die dabei erlebte Dynamik vom Profi ausgewertet und in den Prozess wieder eingespielt ? Welche Rolle spielen dabei der umgebende gesellschaftliche Kontext von Institutionen und historischen Katastrophen ?

 

Der mit diesen Fragen aufgespannte Bogen zielt auf das Wesentliche aller Beratungsarbeit: die Begegnungskompetenz. Wir haben dazu Referentinnen und Referenten eingeladen, die die angesprochenen Perspektiven kompetent vertreten.

 

Dr. Ulrike Borst wird ausgehend von dem Konzept des Ausbildungsinstitutes in Meilen/Zürich Kompetenz in der therapeutischen Begegnung beschreiben.

 

Dr. Julika Zwack tut dies für den Coachingprozess der berufsorientierten Beratung.

 

Wolfgang Loth ist bekannt für seine sorgfältig ausgearbeitete Feinjustierung des Klientenkontaktes anhand einer differenzierten Auftragsklärung.

 

Hans Georgi und Dr. Erhard Wedekind beleuchten die Verbindung von psychodynamischen Überlegungen mit der systemischen Beratung.

 

Prof. Dr. Fabienne Becker-Stoll, renommierte Bindungsforscherin an der Uni München, untersucht die Chancen und auch Risiken, wenn die institutionelle Krippenerziehung auf frühkindliche Bindungsbedürfnisse stößt.

 

Prof. Dr. Luise Reddemann zeigt uns die transgenerationale Weitergabe von Traumata, die mit den gewaltförmigen historischen und aktuellen gesellschaftlichen Prozessen verbunden sind.

 

Wenn Sie diesen Bogen nicht für zu weit gespannt halten und wenn Sie die Integration dieser Perspektiven in Ihre professionelle Arbeit reizt, dann freuen wir uns auf Sie bei unserer Tagung.

Tagungsprogramm "Begegnungskompetenz - was macht Profis hilfreich?"

Freitag, 18. November

 

9.00 Uhr Öffnung des Tagungsbüros

 

10.00 Uhr Tagungseröffnung: Dr. Erhard Wedekind

 

10.15 Uhr Vortrag: Dr. Ulrike Borst

So nah und doch auch fern. Die Dialektik des Fallverstehens in der Begegnung.

 

11.15 Uhr Vortrag: Prof. Dr. Fabienne Becker-Stoll

Bindung - Begegnung - Reflexion

Von der Bindungserfahrung zur Begegnungskompetenz

 

12.15 Uhr Mittagspause

 

14.00 Uhr Workshops A-G

 

A Susanne Egerding / Almut Lessenich:

Begegnung im Zwangskontext

B Dr. Beata Kühnhausen:

Arbeit mit dem Inneren (Kompetenz-) Team [max. 20 TN]

C Vera Loos-Hilgert:

Balance zwischen Allparteilichkeit und Positionierung im Paarsetting

D Yesim Reichert/Xandra Wildung:

Interkulturelle Begegnungen

E Hartmut Reisdorf:

Wenn Welten aufeinander treffen - Begegnung in der Kinder- und Jugendhilfe

F Marlene Steuber:

Jenseits der Wörter - Über bewusste und unbewusste Kommunikation jenseits der sprachlichen Semantik.

G Peter Walter

Führungs- und Beziehungsgestaltung von Managern und Leitungskräften – Schlussfolgerungen für das Coaching von Führungskräften

 

 

16.00 Uhr Kaffeepause

 

16.30 Uhr Vortrag: Dipl.-Psych. Hans Georgi / Dr. Erhard Wedekind

Was heißt "psychoanalytisch-systemisch" in der Begegnung?

 

17.30 Uhr Die APF lädt ein:

Snacks & Drinks

anschließend Improvisationstheater KRESCH aus Krefeld

 

 

Samstag, 19. November

 

9.30 Uhr Vortrag: Dr. Julika Zwack

Navigieren im Dilemma - was geht, wenn nichts geht?

 

10.30 Uhr Kaffeepause

 

11.00 Uhr Vortrag: Dipl.-Psych. Wolfgang Loth

Beisteuern zu hilfreichen Veränderungen – explizite Zugänge, implizite Entwicklungen

 

12.00 Uhr Vortrag: Prof. Dr. med. Luise Reddemann

Transgenerationale Weitergabe von Traumata

 

13.00 Uhr Verabschiedung

 

Das Programm wird von der Psychotherapeutenkammer mit neun Fortbildungspunkten akkreditiert.

Abstracts der Vorträge

Prof. Dr. Fabienne Becker-Stoll

Vortrag "Von der Bindungserfahrung zur Begegnungskompetenz"

 

Die längsschnittliche Bindungsforschung zeigt vielfach, wie frühe und kontinuierliche Beziehungserfahrungen zu den primären Bezugspersonen die sozialen, kommunikativen und emotionalen Kompetenzen langfristig beeinflussen. Neuere Forschungsergebnisse aus der Frühpädagogik zeigen, dass die Beziehungsqualität zur Bezugserzieherin über den Einfluss der familiären Erfahrungen hinaus einen eigenen Beitrag zur Entwicklung von Kindern hat, der bis in die Schulzeit hineinwirken kann. Damit stellt sich auch die Frage, über welche Beziehungs- und Begegnungskompetenzen die pädagogischen Fachkräfte verfügen müssen, um den ihnen anvertrauten Kindern feinfühlig zu begegnen und ihnen in der Kindertageseinrichtung eine sichere emotionale Basis zu bieten, von der aus sie explorieren können und bei der sie Sicherheit und Trost finden.

Damit stellt sich die Frage, wie Fachkräfte in ihrer professionellen Beziehungskompetenz und in ihrer Feinfühligkeit gegenüber den ihnen anvertrauten Kindern gestärkt werden können. Erste Forschungsergebnisse in diesem Bereich zeigen, dass neben den Fachkompetenzen, also dem Fachwissen über kindliche Entwicklung und den Fertigkeiten, im pädagogischen Alltag feinfühlig auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen, vor allem die personalen Kompetenzen, und hier vor allem die Reflexions- und Lernfähigkeit von großer Bedeutung sind.

Die Beziehungsqualität zwischen pädagogischen Fachkräften und Kindern und grundsätzlich zwischen Lernenden und Lehrenden erweist sich mehr und mehr als grundlegende Voraussetzung für positive Lernerfahrungen und damit für nachhaltigen Bildungserfolg der Kinder.

Pädagogische Fachkräfte in ihrer professionellen Begegnungs- und Beziehungskompetenz zu stärken, ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um pädagogische Qualität in Kindertageseinrichtungen weiter zu entwickeln.

Aus der 40-jährigen Resilienzforschung von Emmi Werner wissen wir, dass sich diese Anstrengungen langfristig auszahlen, denn „die Lebensgeschichten der widerstandsfähigen Kinder lehren uns, dass sich Kompetenz, Vertrauen und Fürsorge auch unter sehr ungünstigen Lebensbedingungen entwickeln können, wenn diese Kinder auf Erwachsene treffen, die ihnen eine sichere Basis bieten, auf der sich Vertrauen, Autonomie und Initiative entwickeln können“ (vgl. Werner 1997, 202).

Werner, E. (1997). Gefährdete Kindheit in der Moderne: Protektive Faktoren. Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete, 66, S. 192 – 203.

 

Becker-Stoll, Fabienne, Prof. Dr. phil., Diplom-Psychologin; seit 2006 Direktorin des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München.


2005 Habilitation an der LMU München, seit 2012 APL-Professur an der LMU München; Forschungsschwerpunkte: Bindungs- und Explorationsentwicklung in den ersten Lebensjahren, Bildung und Beziehungsqualität, Qualität frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung.

 

 


 

 

Dr. Ulrike Borst

Vortrag "So nah und doch auch fern. Die Dialektik des Fallverstehens in der Begegnung"

 

In einem Punkt sind sich die Fachleute aus Forschung und Praxis einig: In der Psychotherapie sind es vor allem die so genannten allgemeinen Wirkfaktoren und die therapeutische Beziehung, die den Therapieerfolg ausmachen. Diese Beziehung ist, wenn sie gelingen soll, gut ausbalanciert zwischen Nähe und Distanz, Empathie und Mustererkennung. Zugleich ist sie im Verlauf flexibel und dynamisch, so dass sie für Überraschungen gut ist, die zu neuen Einsichten und Erfahrungen bei der Klientin / dem Klienten führen.

 

Doch was genau ist die Kompetenz, die eine Psychotherapeutin / ein Psychotherapeut erwerben muss, um wirklich gut zu wirken? Wie lernen wir Psychotherapie, und kann das jede/r lernen? Welche Annahmen über Veränderung sind in welchem Verfahren implizit vorhanden, und führen sie zu unterschiedlichen Vorstellungen von wirksamer Begegnung? Was würde das bedeuten für die Ausbildung in Psychotherapie?

 

Diesen Fragen geht der Beitrag nach; des Weiteren wird der Versuch unternommen, Vorstellungen von „Begegnung“ in Verbindung zu bringen mit dem „gegenwärtigen Moment“ (Stern), der „angemessen ungewöhnlichen Intervention“ (Andersen) und der „Affektlogik“ (Ciompi).

 

Ulrike Borst, Dr. rer. nat., Diplom-Psychologin, Fachpsychologin für Psychotherapie und Klinische Psychologie FSP, Lehrtherapeutin und Lehrende Supervisorin SG.

Von 1989 bis 1995 Stationspsychologin, von 1995 bis 2002 Psychologin in Oberarzt-Funktion und Leiterin Qualitätsmanagement in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen (Schweiz), von 2002 bis 2007 Leiterin Unternehmensentwicklung in den Psychiatrischen Diensten Thurgau (Schweiz). Mitglied des Dozenten- und Supervisorenteams des Ausbildungsinstituts für systemische Therapie und Beratung in Meilen / Zürich seit 1998. Seit 2006 Leiterin des Ausbildungsinstituts. Eigene Praxis in Zürich und Konstanz.

Schwerpunkte: systemische Einzel-, Paar- und Familientherapie, Supervision, Team- und Organisationsentwicklung in der Psychiatrie und in anderen Organisationen des Sozial- und Gesundheitswesens.

 


 

 

Dipl.-Psych. Hans Georgi / Dr. Erhard Wedekind

Vortrag "Was heißt „psychoanalytisch-systemisch“ in der Begegnung?"

 

Uns geht es um die Verbindung der Systemischen und psychoanalytischen Zugänge in der konkreten Interaktion zwischen Klient und Berater. Die integrative Verbindung soll zusätzliche Optionen mit einer nachhaltigen Tiefenwirkung eröffnen.

Wir schauen uns die Begegnungssituation und die jeweilige kontextuelle Eingebundenheit an und nutzen den lebensgeschichtlichen Hintergrund des Klienten. Wir machen uns als Person kenntlich und setzen unsere psychische Präsenz als Orientierungsangebot ein. In einer gemeinsamen explorativen Arbeit, in der wir das Tempo für Veränderungen eher reduzieren, versuchen wir, die Spielräume des Klienten für sein Handeln, Denken und Fühlen zu erweitern.

 

Hans Georgi, Theologe und Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Lehrtherapeut und Lehrender Supervisor (APF/SG), Lehrender Coach (SG). Ausbilder für pädagogisches Rollenspiel und szenische Gruppenverfahren (DGRS/ DAGG). 1976-1985 Wiss. Mitarbeiter an der Abteilung für Psycho- und Soziotherapie der Universität Göttingen, 1985 -1989 Rheinische Kliniken Langenfeld mit den Aufgabengebieten Supervision, Ausbildung und Therapie. Seit 1989 Therapie, Supervision und Organisationsberatung in eigener Praxis. Seit 1999 Institut für psychoanalytisch-systemische konsultation (psykoeln), zusammen mit Dr. Erhard Wedekind.

Dr. phil. Erhard Wedekind, Soziologe (Dipl.rer.soc.) und Psychologe (Dr. phil.), Psychologischer Psychotherapeut, Lehrtherapeut und Lehrender Supervisor (APF/SG), Lehrender Coach (SG), Gründungsmitglied und 1. Vorsitzender der APF. Vorstand der Systemischen Gesellschaft 1999 - 2005.

Langjährige Praxis- und Forschungserfahrung mit stationärer Psychotherapie in der therapeutischen Heimerziehung und in der psychiatrischen Klinik. Seit 1989 Therapie, Supervision, Coaching, Klinisches Management und Organisationsberatung in eigener Praxis - Institut für psychoanalytisch-systemische konsultation (psykoeln) zusammen mit Hans Georgi. Redaktionsmitglied der Zeitschrift „systeme“, im Editorial Board von „Familiendynamik“. Zahlreiche Publikationen (www.psykoeln.de), zuletzt mit H.Georgi: Identität und Aufgabe - Gruppen, Teams und Leitungskräfte in der systemischen Werkstatt, xenomoi Verlag Berlin.

 


 

Dipl.-Psych. Wolfgang Loth

Vortrag "Beisteuern zu hilfreichen Veränderungen – explizite Zugänge, implizite Entwicklungen"

 

Kann man als BeraterIn oder TherapeutIn „alles richtig“ machen und dennoch falsch liegen? Auch wenn diese Frage abwegig klingt, führt sie vielleicht mitten ins Herz der Dynamik professionellen psychosozialen Helfens. Einerseits scheinen Leitlinien, Flussdiagramme und andere (besonders störungsspezifische) Vorgaben Zugänge zum Helfen explizit zu machen, geben Begrifflichkeiten, Entscheidungspunkte und Richtungen vor. Andererseits ist es eine typische Erfahrung, dass das, was schließlich als geholfen habend beschrieben wird, von HelferInnen selbst gar nicht als entscheidend wahrgenommen wurde. Das passt zwar zur Annahme der Autonomie von Sinnsystemen, stellt andererseits jedoch eine Herausforderung dar, besonders dann, wenn HelferInnen ihr Tun ernst nehmen. Sie sehen sich trotz möglicher Klarheit expliziter Beschreibungen oft genug als Teil impliziter Entwicklungen, deren Ausgang nicht einseitig in ihrer Hand liegt. Ich möchte deutlich machen, dass dies kein Nachteil ist, sondern ein guter Ausgangspunkt für hilfreiches Beisteuern. Das Konzept des Entwickelns Klinischer Kontrakte dient dabei als Reflexionsschema und als Orientierungshilfe.

 

Wolfgang Loth, Diplom-Psychologe (Diplom Universität Trier 1978), Psychologischer Psychotherapeut (Psychotherapeutenkammer NRW), Familientherapeut (IF Weinheim), Systemische Therapie und Beratung (Systemische Gesellschaft). Leiter einer Erziehungs- und Familienberatungsstelle. Freiberuflich: Konsultation, Supervision, Fortbildung.
Seit 1990 Redaktionsmitglied, jetzt im Beirat der Zeitschrift Systhema (Weinheim), seit 2002 Mitglied der Redaktion von systeme (Wien), Mitglied im Editorial Board der Zeitschrift Familiendynamik (seit 2009), Mitglied des Beirats der Zeitschrift für systemische Therapie und Beratung (seit 2010), zahlreiche Veröffentlichungen zu Theorie und Praxis Systemischer Therapie (seit 1987: siehe www.kopiloth.de und http://systemagazin.com/ueber/autorinnen/wolfgang-loth/).

 


 

Prof. Dr. Luise Reddemann

Vortrag"Transgenerationale Weitergabe von Traumata durch NS-Zeit und 2. Weltkrieg"

 

Die Weitergabe von transgenerationalen Themen ist einerseits ein normaler Vorgang und andererseits rückt transgenerationale Weitergabe immer mehr in den Blick im Hinblick auf unaufgelöste, verdrängte und verleugnete Themen früherer Generationen, insbesondere das Unverarbeitete aus NS-Zeit und 2. Weltkrieg. Es handelt sich in Deutschland vor allem um den Umgang mit Scham und Nichtanerkennung bzw. Anerkennung von Schuld, aber auch um Anerkennung von nicht verarbeiteten Belastungen der Eltern -Kriegskinder -und-Nachkriegskinder. Dies wiederum hat Auswirkungen auf die folgenden Generationen. Derzeit bekommen diese Themen vor allem durch die Flüchtlinge aus Krisengebiete eine neue Aktualität, nicht zuletzt als Wiederkehr des Verdrängten. Es scheint evident, dass eine angemessene Auseinandersetzung mit der familialen, aber auch kollektiven Vergangenheit, ein Beitrag zum reflektierten und akzeptierenden Umgang mit Menschen aus Krisengebieten, die jetzt hier Schutz suchen, sein könnte.

 

Prof. Dr. Luise Reddemann, Dr. med. Fachärztin für Nervenheilkunde und Psychotherapeutische Medizin. Psychoanalytikerin (DPG und DGPT), langjährige Leitung einer psychosomatischenKlinik mitg Schwerpunkt Psychotraumatherapie, Honorarprof. für Psychotraumatologie an der Universität Klagenfurt.

 


 

Dr. Julika Zwack

Vortrag "Navigieren im Dilemma – was geht, wenn nichts geht?"

 Das Durchleben und -leiden berufsbezogener Dilemmata gehört zum Alltag vieler Berufsgruppen. Unvorbereitet mündet die Konfrontation mit ihnen häufig in Zynismus, Schuldgefühle, Lähmung oder Frustration. Der Vortrag lotet Herausforderungen in der Begegnung zwischen Berater und Klienten im Dilemma aus. Anhand von Fallbeispielen werden Haltungen und Interventionen vorgestellt, die Coach wie Klient dabei unterstützen, auch in dilemmatischen Situationen das Gefühl von Handlungsfähigkeit und Selbstwirksamkeit aufrechtzuerhalten. 

 

Dr. Julika Zwack, Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin und Coach.

Seit 2005 Mitarbeiterin der Sektion Medizinische Organisationspsychologie am Universitätsklinikum Heidelberg; niedergelassen als Psychologische Psychotherapeutin. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte: Resilienzförderung und Burnoutprävention im Beruf, Dilemmamanagement, Supervision und Coaching sowie systemische Weiterbildungen; zahlreiche Publikationen in den Bereichen Resilienzförderung, systemische Teamberatung und Coaching.

Abstracts der Workshops

 

Susanne Egerding/Almut Lessenich
Workshop: Begegnung im Zwangskontext

 

Als systemische BeraterInnen / TherapeutInnen gehört die Begegnung auf Augenhöhe zu unserer Grundhaltung.

In dem Workshop wollen wir gemeinsam der Frage nachgehen, wie es auch in einem Zwangskontext gelingen kann, eine solche Begegnung möglich zu machen.

Dabei wollen wir vor allem zu einem Erfahrungsaustausch darüber einladen, welche eigene innere Einstellung in einer Beratung im Zwangskontext hilfreich ist.

 

Susanne Egerding, Diplom-Sozialarbeiterin, Psychoanalytisch-Systemische Therapeutin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Spezielle Psychotraumatherapeutin mit Kindern und Jugendlichen (DeGPT), Lehrtherapeutin (APF) im Bereich Kinder- und Jugendlichentherapie, 2. Vorsitzende der APF.

1983 bis 1991 Aufbau und Leitung der Ärztlichen Beratungsstelle bei Kindesmisshandlung im Deutschen Kinderschutzbund Ortsverband Aachen, seit 1992 Fortbildnerin und Fallsupervisorin, 1993 - 1996 familientherapeutische Tätigkeit in freier Praxis, Aachen, seit 1992 Arbeit mit Opfern und Tätern (und deren Familien) in Fällen von Kindesmisshandlung in der Ärztlichen Kinderschutzambulanz, Münster.
Seit 2011 Beratung und Therapie, Gruppenarbeit und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in eigener Praxis gemeinsam mit Almut Lessenich in Köln.

 

Almut Lessenich, Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Systemische Therapeutin und Beraterin (SG), Systemische Supervisorin (hsi) Lehrtherapeutin (APF/SG).

1992/93 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Düsseldorf. Seit 1992 Referentin in der Erwachsenenbildung. 1994-2005 Mitarbeiterin in einer Erziehungsberatungsstelle. 2005-2009 tätig für das Deutsche Institut für Psychotraumatologie, Köln (DIPT) e.V.; Einzel-, Paar- und Familientherapie, Beratung, Coaching und Supervision in eigener Praxis, seit 2011 zusammen mit Susanne Egerding.

 

 


 

 

Dr. Beata Kühnhausen
Workshop: Arbeit mit dem Inneren (Kompetenz-) Team


Ausgehend von der hypnosystemischen Metapher des Inneren Teams sind Sie in diesem selbsterfahrungsorientierten Workshop eingeladen, auf begegnungskompetente Seiten zu fokussieren und die Kompetenz von eher negativ bewerteten Seiten zu erforschen. Wie könnte ein mögliches persönliches Dreamteam im Kontext der professionellen Begegnung aussehen?

 

Dr. med. Beata Kühnhausen, Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Systemische Therapeutin (SG), Lehrtherapeutin (APF/SG), Systemische Supervisorin (hsi), Mitglied des Weiterbildungsausschusses der APF.

Tätigkeit als Betriebsärztin für mittelständische Unternehmen, danach mehrjährige Erfahrungen in der stationären Suchttherapie und Kinder- und Jugendpsychiatrie. Seit 1994 niedergelassen in eigener Praxis in Köln. Schwerpunkte: Hypnosystemische Konzepte in der Arbeit mit Einzelnen, Paaren, Familien und in der Supervision; Selbstfürsorge für Berater und Therapeuten.

 

 


 

 

Vera Loos-Hilgert
Workshop: Balance zwischen Allparteilichkeit und Positionierung im Paarsetting

In der Begegnung im Paarsetting wird die professionelle Haltung der Allparteilichkeit besonders herausgefordert: die eigene Lebenspraxis der TherapeutInnen/BeraterInnen wirkt als Folie für das Verstehen von Partnerschaftsentwicklungen; die “Einladung” der KlientInnen, sich zu den jeweils unterschiedlichen Bedürfnissen, Emotionen, Handlungs-, Erlebens- und Erwartungsmustern zu positionieren, ist hoch.

- Was impliziert Begegnungskompetenz im Paarsetting ?

- Was hilft, Triangulation zu vermeiden ?

- Wann ist Positionierung hilfreich ?

- Wie kann im Paarsetting Neu-Gier auf das Selbst und den Anderen (wieder-)entdeckt werden ?

Mit kurzen theoretischen Inputs, Beispielen aus der paartherapeutischen Praxis und Übungen wird der Workshop gestaltet.
Zielgruppe: KollegInnen, die mit Paaren arbeiten (möchten)

 

Vera Loos-Hilgert, Dipl. Sozialwissenschaftlerin, Psychoanalytisch-systemische Therapeutin (APF), Lehrtherapeutin, Lehrende Supervisorin und Coach (APF/SG), Leiterin des Weiterbildungsausschusses der Arbeitsgemeinschaft für psychoanalytisch-systemische Praxis und Forschung - APF e.V. Köln.

Seit über 20 Jahren eigene Praxis für systemische Beratung + Therapie, Supervision, Coaching und

Fortbildung in Köln; systemische Paartherapie ist ein Schwerpunkt in der Praxis und Lehre.

 

 


 

Yesim Reichert/Xandra Wildung
Workshop: Interkulturelle Begegnungen

 

Unser Workshop möchte Ideen zur Entwicklung von interkultureller Kompetenz in der professionellen Begegnung mit Menschen vermitteln. Es geht um das Verständnis von Unterschieden, das Entdecken von Gemeinsamkeiten sowie von Ressourcen und die Entwicklung von Strategien für eine gelungene Begegnungssituation. Im Mittelpunkt steht die Sensibilisierung für unterschiedliche Normalitätserwartungen, das Kennenlernen unterschiedlicher Kommunikationsstile und die Überwindung von „Fremdheit“ als trennendes Merkmal in der Begegnung.

 

Yesim Reichert, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapeutin, Paar- und Familientherapeutin, Supervisorin, ist niedergelassen in einer Gemeinschaftspraxis. Sie hat eigenen Migrationshintergrund und arbeitet u.a. mit türkischstämmigen Kindern, Jugendlichen und ihren Familien.

Xandra Wildung, Dipl. Sozialpädagogin, Sozialwissenschaftlerin, Supervisorin, langjährige Erfahrung als Führungskraft in der Praxis sowohl interkultureller und internationaler Zusammenarbeit als auch in Forschung und Lehre zu interkultureller Kommunikation und Kompetenz

 

 


 

 

Hartmut Reisdorf
Workshop: Wenn Welten aufeinandertreffen – Begegnung in der Kinder- Jugendhilfe

 

Pflegefamilien und Multiproblemfamilien. Fremdunterbringung und Verselbständigung. Leidensdruck und Zwangskontext. Existentielle Not und psychische Erkrankung. Elterliche Hilflosigkeit und Kindeswohlgefährdung. Prävention und Intervention. Arbeit mit dem Individuum, dem System und im Helferkontext, u.a.m.

 

In kaum einen anderen Bereich psychosozialer Arbeit ist eine Vielfalt festzustellen, wie sie im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe vorzufinden ist. Die damit einhergehenden unterschiedlichen Komplexitäten stellen besondere Anforderungen in der Begegnung mit Menschen und Systemen, die nicht immer leicht zu erfüllen sind.

 

Inwieweit ist eine systemische Haltung hilfreich, wo stößt sie an Grenzen? Begegnung ist Annäherung und wieviel Distanz braucht eine professionelle Beziehung? Wenn zwar alles Begegnung ist, wodurch zeichnet sich eine gute Begegnung aus? 

 

In diesem Workshop soll diesen Fragen nachgegangen werden, aber auch Fragestellungen der Teilnehmer.

 

Hartmut Reisdorf, Diplom-Sozialpädagoge, Psychoanalytisch-systemischer Therapeut und Supervisor (APF), Dozent für Systemische Beratung (APF/SG);
Geschäftsführende Leitung der Perspektiven für Kinder gGmbH.
Schwerpunkte der Arbeit: Leitung, Entwicklung und Organisation, Systemische Therapie, Fortbildung. Langjährige Tätigkeit im stationären Bereich der Kinder-und Jugendhilfe.

 

 


 

Marlene Steuber
Workshop: Jenseits der Wörter - Über bewusste und unbewusste Kommunikation jenseits der sprachlichen Semantik.


Sozialpsychologische Studien belegen, dass der weitaus größte Teil zwischenmenschlicher Kommunikation nicht über Sprache (im Sinne gemeinsamer, verbindlich kodierter Zeichen) stattfindet, vielmehr spielen bei der Vermittlung zwischenmenschlicher Kontakte im Wesentlichen auch nonverbale Signale eine Rolle, wie sie z. B. über Mimik, Gestik, Körperhaltung, Gerüche, Blicke, räumliche Distanz, unwillkürliche vegetative Reaktionen, u. a. - teils angeboren teils gelernt - ausgedrückt werden.

Die angeborenen Kommunikationsformen stellen dabei den phylogenetisch älteren Teil dar und sind universell. Sie sind zum Teil bewusst, zum Teil vorbewusst oder unbewusst, oft auch unbemerkt und werden insofern teils beabsichtigt eingesetzt, teils unbeabsichtigt wirksam.

Nonverbale kommunikative Phänomene sind, auch nach neueren Forschungen, zwischen Pflanzen und Tieren, sowie beim Menschen auch zwischen Mutter und Ungeborenem, durch Beobachtung wissenschaftlich belegt. Die Bedingungen ihrer Entstehung sind allerdings bislang nur teilweise geklärt.

Im professionellen Bereich zwischenmenschlicher Beziehungsgestaltung spielen sie als Ressource oder aber auch Hindernis eine wesentliche Rolle und verdienen deshalb besondere Aufmerksamkeit, wie z. B. in der systemischen Therapie, die zwischen analoger und digitaler Kommunikation unterscheidet oder in den psychoanalytischen Theorien, in denen nonverbale Kommunikation als Übertragungsphänomen konzeptualisiert wird.

Mit anschaulichen Beispielen soll der aktuelle Stand der Theorien zu den genannten Phänomenen diskutiert werden, insbesondere mit Akzent auf professionelle Anforderungen in Therapie und Beratung.

 

Marlene Steuber, Diplom-Psychologin (BDP), Psychoanalytikerin (DPV/IPV), Systemische Lehrtherapeutin und Lehrende Supervisorin (APF/SG), Traumatherapeutin, auch EMDR (DIPT), Gruppenanalytikerin (DAGG), Lehrtherapeutin für tiefenpsychologisch-fundierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, Mitglied des Weiterbildungsausschusses der APF.

Mehrjähriger Afrika-Aufenthalt, mehrjährige Tätigkeit in einer psychiatrischen Klinik und in einer Familienberatungsstelle; seit 1987 in freier Praxis tätig: Psychoanalyse, Einzel-, Paar- und Familientherapie, Supervision, Coaching und Institutionsberatung. Lehrtätigkeiten an verschiedenen psychotherapeutischen Weiterbildungsinstituten (Tiefenpsychologie, Psychoanalyse und systemische therapie), Vortragstätigkeiten.

 

 


 

 

Peter Walter
Workshop: Führungs- und Beziehungsgestaltung von Managern und Leitungskräften – Schlussfolgerungen für das Coaching von Führungskräften

 

Wir setzen uns mit den organisationalen Wirklichkeiten von Leitungskräften auseinander und fragen uns, welche strukturellen Einflüsse der (Profit)-Organisation auf Manager und Leitungskräfte bei deren Führung- und Beziehungsgestaltung einwirken. Welche mentalen Führungs- und Beziehungsmodelle finden wir in Organisationen vor? Wir diskutieren dann deren Auswirkungen auf den Coachingprozess und Möglichkeiten, Führungskräfte im Coaching zu begegnen. Welche Haltung ist als Coach sinnvoll und welche „Tools“ können wir nutzen? Die Teilnehmer werden durch verschiedene Übungen an die Themen herangeführt.

 

Peter Walter, Dipl. Kfm, MBA (USA), Systemischer Berater und Supervisor (APF/SG), Lehrender Coach (SG) ist Dozent für Systemisches Coaching bei der APF und arbeitet als Organisationsberater und Management-Coach in eigener Management-Beratung zu den Themen Konfliktmanagement, Personal- und Organisationsentwicklung und Führungskräfteentwicklung. Er berät Unternehmen und Organisationen bei Kulturveränderungen, Management-Development und im Change-Management. Im Bereich Coaching begleitet er Führungskräfte zu allen Themen der Führung und zur Stressbewältigung/ Burn-out-Prävention.

 

 

 

 

 

APF-Tagung 2013


Gesund bleiben im System -

Entwicklungsmöglichkeiten für Selbst, Team und Organisation


22. und 23. November 2013 im KOMED, Mediapark Köln

Die psychischen Anforderungen und Belastungen am Arbeitsplatz haben rasant zugenommen. Damit verbunden sind zunehmende Krankenstände wegen psychischer Erkrankungen. Das sogenannte „Ausbrennen“ (Burnout) am Arbeitsplatz ist ein medial verstärktes öffentliches Thema geworden, das auch vor den psycho-sozialen Arbeitsfeldern nicht halt macht.
Längst ist auch hier die Betriebswirtschaftslehre zur neuen Leitdisziplin avanciert: kostenbewußte Einsätze, flexible Verfügbarkeit, höhere Taktung von Klientengesprächen, grenzwertige Abwägungen von Kindeswohlgefährdung, immer aufwendigere Dokumentationen und Maßnahmenbegründungen bei gleichzeitigem Stellenabbau und ambitioniertem Qualitätsmanagement machen das u.a. erfahrbar.

Statt die Misere weiter zu beklagen, wollen wir mit dieser Tagung Wege erkunden, die uns Mut machen im Umgang mit den Organisationen und mit uns selber. Dazu gehört, dass wir die gesellschaftlichen Entwicklungstendenzen der Arbeitswelten besser verstehen und realistische Erwartungen an die Stelle naiver Vorstellungen setzen. Was hilft gerade auch in helfenden Berufen, um so etwas wie Resilienz oder Widerstandsfähigkeit zu entwickeln? Wie können wir Konflikte im Team effizienter angehen und bewältigen, sowohl als Mitbetroffene als auch als externe Berater?

Führungskräfte haben bei der Moderation der Organisationsdynamik einen potentiell großen Einfluss, sowohl in Richtung weiterer Resignation und innerer Kündigung, als auch in Richtung rahmender Orientierung und Ermutigung. Worauf kommt es dabei an?

Und schließlich: was heißt das alles für unser Selbstmanagement? Wie können wir lernen, auch unbewußte Ressourcen für unser Wohlbefinden zu mobilisieren? Gesund bleiben im System! Wir haben zu all diesen Fragen kompetente Referentinnen und Referenten eingeladen, die brauchbare Einschätzungen, Konzepte und Anregungen mitbringen:

 

Prof. Dr. Jochen Schweitzer, der sich über viele Jahre forschend und praktisch mit der Organisationsentwicklung in psychosozialen Organisationen beschäftigt hat, wird den gesellschaftlichen Zusammenhang und die strukturellen Möglichkeiten von Organisationen besonders im Hinblick auf das Thema Wertschätzung beleuchten.

 

Dr. Julika Zwack hat über die Resilienzpotentiale in helfenden Berufen geforscht und Überlegungen zur Selbstachtsamkeit entwickelt.

 

Hans Georgi und Dr. Erhard Wedekind, erfahrene Supervisoren aus der APF, berichten über Möglichkeiten des Konflikmanagements in Teams, insbesondere, wenn es um massive Verletzungen und Kränkungen geht.

 

Prof. Dr. Luise Reddemann, renommierte Traumatherapeutin, wird sich mit dem Wechselspiel einer intrapsychisch erfahrenen aber gesellschaftlich begründeten Problematik des Burnout-erlebens befassen.

 

Prof. Dr. Rudi Wimmer, bekannter systemischer Organisationsberater aus Wien, hat sich besonders mit der Verantwortung und den potentiellen Wirkungsmöglichkeiten von Führungskräften in Organisationen, die sich in Umbruchsituationen befinden, beschäftigt.

 

Dr. Maja Storch, Psychoanalytikerin vom Institut für Selbstmanagement und Motivation in Zürich, wird uns auf die Sprünge helfen, wenn es darum geht, unsere Ziele effektiver zu erreichen.

1727

APF-Jubiläumstagung 2010

Sich in Muster einfühlen. Empathie und System

26. – 27. November 2010
Ort: KOMED, MediaPark Köln

Die Integration von innerem Erleben und Beziehungserfahrungen hat der APF von Beginn an eine inhaltliche Programmaussage gegeben. Die Tagung zum 30-jährigen Jubiläum ist Anlass für eine zeitgemäße Bestandsaufnahme.

Von Doris Bischof-Köhler wissen wir, dass Kinder genau zu dem Zeitpunkt, in dem sie sich im Spiegel erkennen (etwa mit 18 Monaten), auch fähig werden zum Mitgefühl mit anderen, zur Empathie. Das Erleben des eigenen abgegrenzten Ichs schafft den Zugang zum Du. Die vorausgegangene Feinfühligkeit unserer ersten Bezugspersonen ermöglicht uns den Eintritt und die Selbstbehauptung in sozialen Systemen. Empathie wird zu einem entscheidenden sozialen Bindungsmittel für Zusammenhalt und Solidarität der Systeme. Ohne sie droht Verrohung und Gewalt. Die derzeitige Krise des Ökonomismus zeigt die limitierte Reichweite egoistischer Suche nach dem eigenen Vorteil.

Systemische Therapeuten und Berater machen eine doppelte Erfahrung mit Empathie:
sie nehmen selber empathisch Kontakt auf zu einem System, dessen Mitglieder als Personen antworten, die miteinander eine Geschichte gelungener und misslungener gegenseitiger Empathieerfahrungen haben, die sich jetzt aktualisiert. Wie nehmen wir diese Dynamik wahr, wie orientieren wir uns und wie können wir für unsere Klientensysteme nützlich sein? Für diese Fragen kann die Tagung interessante Anregungen beisteuern, wie wir glauben.

Prof. Dr. Jürgen Kriz, Universität Osnabrück, renommierter Empiriker in der Klinischen Psychologie und Begründer der Personzentrierten Systemtheorie, wird uns zum Auftakt eine integrierte bio-psycho-soziale Sicht der Einbindung unseres Erlebens in unseren sozialen Kontext entwickeln.

Dr. Gunther Schmidt, der bekannte Heidelberger System- und Hypnotherapeut – der APF seit vielen Jahren kollegial verbunden -, zeigt uns Möglichkeiten auf, mit Empathie Systeme aktivieren zu können.

Hans Christ, Psychoanalytiker und Gründungsmitglied der APF, erläutert die neurobiologischen, bindungsdynamischen und entwicklungspsychologischen Vorraussetzungen für das Entstehen und den Umgang mit Empathie.

Dr. Ulrike Borst, Leiterin des Ausbildungsinstitutes in Meilen, Mitherausgeberin der Zeitschrift FAMILIENDYNAMIK, setzt sich mit der besonderen Qualität der Begegnung mit Klienten in der systemischen Beratung und Therapie auseinander, die eher durch die Kundigkeit der Klienten als durch das Expertentum der Profis gekennzeichnet ist.

Prof. Dr. Arist v. Schlippe, Universität Witten-Herdecke, profilierter Familientherapeut und uns als ehemaliger Vorsitzender der Systemischen Gesellschaft vertraut, wird sich mit der Bedeutung von Empathie in Organisationen und Unternehmen beschäftigen.



APF-Tagung 2007

Anders jung und anders alt

09.-10.11.2007

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Anders jung und anders alt

Lebenszyklische Herausforderungen
an familiäre und professionelle Beziehungsarbeit

Die gesellschaftliche Entwicklung im Informationszeitalter, demografischer Wandel, veränderte Arbeits- und Konsumwelten, gestiegene Lebenserwartung – all dies hat den individuellen Lebenszyklus verändert. Wir sind anders jung und anders alt. Was bedeutet das für die Beziehungen zwischen den Generationen auf einer familiären und gesellschaftlichen Ebene? Traditionelle Vorstellungen und Erwartungsmuster vom Ausgleich und vom gegenseitigen Geben und Nehmen zwischen den Generationen verlieren mehr und mehr an Bedeutung. Dies schafft eine deutliche Nachfrage nach neuen Ideen, Konzepten und Bedeutungsgebungen, die sowohl den veränderten Bedingungen gerecht werden, als auch neue Orientierungen und damit Sicherheit vermitteln.

Professor Hans Bertram, einer der führenden deutschen Familiensoziologen und Verfasser des siebten Familienberichtes, hielt den Eröffnungsvortrag. Er gab einen differenzierten Einblick in seine demografischen Studien und erläuterte seine daraus entwickelten Vorstellungen von neuen und variablen Lebensverlaufsmodellen.

Neuere Untersuchungen, die mit einem bindungstheoretischen Ansatz arbeiten, zeigen, dass die Ablösung und die fortbestehende Bindung der Heranwachsenden an ihre Eltern keinen Gegensatz darstellen. Individuation, Autonomiezuwachs und räumliche Trennung gehen keineswegs automatisch mit Distanz und emotionaler Gleichgültigkeit in der Beziehung zwischen den Generationen einher.

Professor Sabine Walper, eine profilierte Forscherin derzeitiger Individuationsbedingungen für die junge Generation ,hat in einem weiteren Vortrag die Entwicklungs- und Bildungsbedingungen für Heranwachsende in einer älter werdenden Gesellschaft analysiert.

Hans Georgi und Erhard Wedekind haben sich in einem Vortrag damit beschäftigt, wie professionelle Beziehungsarbeiter im Laufe ihres Berufslebens unterschiedliche Formen von Akzeptanz und Infragestellung erleben, je nachdem in welcher Lebensphase ihre Klienten und sie selber sich befinden. Welche Auswirkungen ergeben sich für das eigene Selbstwert- und Kompetenzerleben. Ist etwa jedes Lebensalter mit jedem anderen beliebig kombinierbar oder gibt es Anhaltspunkte für mehr oder weniger bekömmliche Passungen ?

APF-Tagung 2005

Trauma und System

16.09. – 17.09.2005

Trauma und System

Interdisziplinärer Diskurs im Spannungsfeld zwischen klinischer Perspektive und gesellschaftlicher Normalität

In den letzten Jahrzehnten beschäftigen sich Forschung und Lehre im psychosozialen Bereich zunehmend mit Fragen der Konzeptualisierung von Trauma und Traumatherapie. Dabei liegt der Akzent hauptsächlich auf der Betrachtung psychopathologischer Phänomene und den Möglichkeiten ihrer psychotherapeutischen Bearbeitung.
Politische und kulturelle Hintergründe verschiedener Gesellschaftssysteme und die Entstehung kollektiver sowie individueller Traumata sind untrennbar miteinander verbunden. Kern traumatischer Erfahrungen ist die Vernichtung von Bedeutung und die Zerstörung von sozialer Interaktion, innerhalb der Bedeutung hergestellt wird. Trauma als soziale Erfahrung wird im Rahmen des medizinischtherapeutischen Diskurses zur psychischen Störung oder posttraumatischen Belastungsstörung transformiert. Somit dient in einem klinischen Kontext Kultur vor allem als eine Form der Umhüllung universell gültiger Krankheitsbilder.
Innerhalb dieses Kontextes sind gesundheitliche Probleme traumatisierter Menschen nur zum Teil zu verstehen, weil die Hauptursachen beschriebener Probleme oftmals soziopolitischer Natur sind. Soziale, politische, kulturelle und geschlechtsspezifische Faktoren müssen gleichermaßen in die Diagnostik psychischer Störungen einfließen.
Wirksame Gesundheitsförderung für traumatisierte Menschen ist nach unserer Ansicht nur möglich, wenn in interdisziplinärer Zusammenarbeit ihre Ressourcen und ihre Fähigkeiten zu Bewältigungsstrategien erkannt, gewürdigt und gestärkt werden. Dies bedingt eine neue Sichtweise auf die Probleme traumatisierter Menschen und zwar seitens der Behörden, der Öffentlichkeit und seitens der Institutionen der Gesundheitsversorgung.
Die seit einiger Zeit zu beobachtende interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Forschungs- und Therapieansätze im Bereich der Traumatherapie beeinflusst zunehmend die Weiterentwicklung der gesamten Psychotherapieforschung und ist somit eine zukunftsweisende Ressource für die Vertreter verschiedener Psychotherapierichtungen.

Es waren Referentinnen und Referenten zur Tagung eingeladen, die unterschiedliche Betrachtungsebenen vorgestellt haben. Neben der klinischen Perspektive wurde der Fokus auch auf historische, soziologische, sozialpsychologische, ethnologische sowie bindungstheoretische Aspekte gesetzt.

ReferentInnen:

Dr. Luise Reddemann: „Sinn und Sinnlosigkeit – Über die Vermeidung der Auseinandersetzung mit Traumatisierung“

Hans Christ: „Spannungs- und Affektregulation: Dissoziative Regulationsmuster im Spannungsfeld von Alltagspsychologie und Psychopathologie“

Prof. Dr. Harald Welzer: „Die Tiefenwirkung kollektiver Gewalterfahrung im Familiengedächtnis“

Karl-Heinz Brisch: „Bindung, Trauma und Bindungsstörungen“

APF-Tagung 2003

Wie lernen Organisationen?

23.05. – 24.05.2003

Wie lernen Organisationen?

Institutionelle Kontexte systemisch Verstehen und Nutzen

Der systemische Ansatz hat in den letzten drei Jahrzehnten wesentlich dazu beigetragen, die bio-psychosoziale Sicht menschlichen Daseins zu erweitern, individuelles Verhalten und Erleben in wechselseitigen Beziehungsmustern zu verstehen und lösungsorientierte Anregungen zu entwickeln. Musterbildungen lassen sich aber nur in dem jeweiligen Kontext verstehen, sei es in einer Familie, einer Institution, einer Unternehmung oder in einem größeren gesellschaftlichen Zusammenhang.
Nur im Rahmen einer solchen Kontextanalyse machen systemische Interventionen einen Sinn. Organisationen in jedweder Form geben den Kontext für unser eigenes berufliches Handeln und das unserer Klienten ab. Die Tagung will über den Stand systemischer Organisationsentwicklung informieren, über den Umgang mit größeren und kleineren sozialen Systemen. Dazu gehört aber auch die Selbstreflexion unserer eigenen Bemühungen, uns als professionelle systemische Beobachter und Akteure zu organisieren.

ReferentInnen:

Roswita Königswieser, berufenes Ehrenmitglied der Systemischen Gesellschaft, gab einen Überblick über die Architektur und das Instrumentarium systemischer Organisatonsentwicklung und Unternehmensberatung.

Hans Georgi und Erhard Wedekind skizzierten die Quintessenz ihrer langjährigen Arbeit mit Teams im Non-Profit-Bereich.

Gunther Schmidt gab einen Einblick in die Arbeit einer sich selber systemisch-lösungsorientiert verstehenden Institution, der Klinik am Hardtberg.

Tom Levold lud zur kritischen Selbstbeobachtung unserer eigenen organisatorischen Entwicklungsprozesse ein.

Arist v. Schlippe lotete koevolutionäre Möglichkeiten im Nachbarschaftsverhältnis zu etablierten Therapieverfahren aus, keine Selbstverständlichkeit nach den machtpolitischen Auseinandersetzungen um das Psychotherapeutengesetz.

APF-Tagung 2001

Paarwelten

30.11. – 1.12.2001

Paarwelten

Perspektiven aus klinischer Praxis und sozialwissenschaftlicher Forschung

 

Die Spannung zwischen dem Wunsch nach Stabilität und dem Wunsch nach Verän-derung, die allen nahen menschlichen Beziehungen innewohnt, kennzeichnet in besonderer Weise die Dynamik von Paarbeziehungen. Im Kontext heutiger gesell-schaftlicher Bedingungen gewinnt diese Spannung an Brisanz. Die Vielfalt von Lebensformen, mit denen die Menschen unserer westlichen Kultur konfrontiert werden, wird als Chance und als Problem erlebt.

Die potentielle Zerbrechlichkeit der Lebensentwürfe von Paaren berührt in selbstrefrentieller Weise die paartherapeutische Arbeit, nicht zuletzt auch die Balan-cierung geschlechts- und milieuspezifischer Sichtweisen im therapeutischen System

ReferentInnen:
Rosmarie Welter-Enderlin
(Ausbildungsinstitut für systemische Therapie und Bera-tung, Meilen, Zürich) “Erstarrte Muster in Paarbeziehungen – und wie sie bewegt werden können”

Dr. Kirstin von Sydow (Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München) “Bindung, Partnerschaft und Sexualität”

Prof. Dr. Günter Burkart (Universität Lüneburg) “Lebensphasen – Liebesphasen. Soziologische Aspekte des Zusammenlebens von Paaren”